Ganzheitliche Tipps

Wohlfühlen ohne Zucker – Tipps zum Zuckerausstieg und gesunde Alternativen

Kennst du das Zitat von Paracelsus, das da lautet: „Alle Ding‘ sind Gift und nichts ohn‘ Gift – allein die Dosis macht, das ein Ding‘ kein Gift ist“? Das heißt im übertragenen Sinne, egal was du isst oder zu dir nimmst, du solltest es in Maßen tun, ansonsten ist es giftig. Auch Zucker gehört dazu und sollte nicht im Übermaß verzehrt werden.

Jetzt denkst du dir vielleicht, das trifft auf mich nicht zu, denn soviel Zucker esse ich überhaupt nicht. Aber mit unserer heutigen modernen Ernährungsweise können wir Industrie-Zucker kaum noch aus dem Weg gehen. Wir werden damit regelrecht zugeschüttet. Er steckt in allem drin, was uns meist lieb ist. Sei es im Tee oder Kaffee, Aufstrich, Eiscreme, Kuchen, Müsli, Getränken, Kekse, Wurst, Käse, Saucen, Fertiggerichten und und und.

Der jährliche durchschnittliche Konsum in Europa liegt bei ca. 40 KILOGRAMM reinem Zucker je Bürger. Das ist wahnsinnig viel und führt nicht nur zu Übergewicht, sondern beeinträchtigt auch unser Immunsystem und kann verschiedene Krankheiten auslösen.

Mit dem Verzehr von sehr zuckerhaltigen Produkten und Speisen beginnt eigentlich schon der Teufelskreis, denn diese sättigen meist nicht lang. Heißhunger entsteht. Und Heißhunger ist aber immer auch ein Zeichen von Vitalstoffmangel. 100 Gramm Zucker bestehen aus 100 Gramm verwertbaren Kohlenhydrate und Null Ballaststoffe, Vitamine oder Mineralien. Er wird zu 100 Prozent verdaut. Überschüsse werden dann als Glykogen aber auch als (Bauch-) Fett eingelagert.

Beim Abbau und der Verdauung von Zucker werden jede Menge Mineral- und Vitalstoffe sowie B-Vitamine benötigt. Lange Zeit dachte man, dass die B-Vitamine dabei aus unseren Vorräten geraubt werden. Das wurde wohl mittlerweile widerlegt.

Dennoch besteht die moderne Ernährungs- und Lebensweise überwiegend aus Weißmehl, polierten Reis oder Zucker, wo keine Mineral- & Vitalstoffe mehr in natürlicher Form enthalten sind.

Als Ergebnis kann es dann zu einer Unterversorgung kommen. Was sich in kariösen Zähnen, schlechter Haut, vorzeitiger Alterungserscheinungen (wie bspw. Falten, Haarausfall, Kurzsichtigkeit), Bluthochdruck, Gereiztheit, emotionaler Labilität oder Hyperaktivität bemerkbar machen kann. Spätfolgen können u.a. Osteoporose, Alzheimer, Arthrose und Diabetes sein. Darüber hinaus schädigt übermäßiger Zuckerkonsum aber auch die Leber und zerstört die gesunde Darmflora.

Aus meiner Sicht, hat der Verzehr von Zucker mehr Nach- als Vorteile. Deshalb habe ich auch Anfang 2014 meine Ernährung komplett umgestellt. Um von meiner „Zuckersucht“ erst einmal auszubrechen, habe ich damals 2 Tage komplett auf Kohlenhydrate (Brot, Nudeln, Obst, Süßigkeiten, etc.) verzichtet. Die Umstellung war ehrlich gesagt nicht ganz so einfach und mit Schwindel, Kopfschmerzen und Unwohlsein verbunden.

In dieser Zeit habe ich meinen Vorrats- und Kühlschrank von allem zuckerhaltigem befreit. Haushaltszucker, Wurst, Käse, Aufstriche, Vollkorntoast, Joghurt, Säfte, Schokolade … wurden aussortiert, entsorgt oder verschenkt.

Ich fing an im Supermarkt die Zutatenlisten und Inhaltsstoffe auf den Produkten genauer zu lesen. Zugegeben, es ist recht umständlich gewesen und auch ich hatte viele Fragezeichen im Gesicht, aber alles was ich nicht entziffern konnte, landete nicht mehr im Einkaufskorb. Mit der Zeit wurde es einfacher. Leider steht nicht auf jedem Produkt das Wort „Zucker“ drauf, obwohl er enthalten ist.

Ganz grob kann man sagen, alles was die Endung „-ose“  oder „-sirup“ enthält, ist eine Zuckerart. Wie bspw. Saccharose, Glucosesirup, Glucose, Fructose, Laktose, Maltose, brauner Zucker, Rohrzucker uv.m. Heute gibt es ganz tolle Apps fürs Smartphone, wo man sofort im Supermarkt den Barcode einscannen kann und die Zutaten erklärt bekommt.

Um weiterhin gesund zu bleiben und beschwerdefrei zu leben, empfehle ich jedem auf seine gesamte Ernährungsweise zu achten. Ich vertrete ganz die Auffassung von Sebastian Kneipp: „Wer heute keine Zeit für seine Gesundheit hat, wird später viel Zeit für seine Krankheit brauchen“.

Hier meine Tipps für eine leichtere Umstellung

  1. Softdrinks und gezuckerte Säfte vom Speiseplan streichen, besonders Light-Produkte. Diese kannst du durch Direktsäfte oder selbstgemachte Säfte/ Smoothies ersetzen. Der überwiegende Anteil an deinen täglichen Getränken sollte jedoch kohlensäure-freies Wasser oder Kräuter-Tee sein. Ich peppe mein stilles Wasser immer mit frischen Beeren, Ingwer- oder Limettenscheiben und frischer Minze auf.
  2. Verzichte auf Fertigprodukte und bereite deine Mahlzeiten – so weit wie möglich – selbst zu. Dann weißt du auch was drin ist. Oder frag in der Mensa und Kantine nach, ob es auch zuckerfreie Gerichte oder Saucen gibt. Die Mahlzeiten sollten überwiegend aus Gemüse bestehen und vitalstoffreich sein.
  3. Als Snacks für unterwegs immer etwas Obst oder Nüsse einpacken, sodass du erst gar nicht in Versuchung kommst dir was Süßes zu kaufen.
  4. Wie oben im Text bereits erwähnt, bitte immer die Etiketten lesen oder Inhaltsstoffe von Produkten erfragen. Hier verstecken sich die größten Zuckerbomben. Bei Abnehm- und Light-Produkten wird zugunsten des Fettanteils immer der Zuckeranteil erhöht. Diese sollten komplett gemieden werden.
  5. Bei Süßigkeiten gibt es tolle Alternativen ohne Zucker (Nuss- und Fruchtschnitten oder rohe Schokolade).

Als Alternativen & in Maßen verwende ich:

  • die beste Alternative ist es, den Konsum in erster Linie runter zu schrauben und weitestgehend auf Zucker zu verzichten
  • Zimt & Vanille aus der Mühle: eignen sich hervorragend fürs Müsli oder Desserts

Wer mag kann auch Xylit oder Kokosblütenzucker verwenden.


EXKURS: Was ist eigentlich Aspartam?

In Light-Produkten, Back- und Süßwaren (Achtung auch in Kaugummis!), Milchprodukten, Fertiggerichten und Softdrinks taucht immer häufiger der Name Aspartam (auch E 951, Canderel, Equal oder NutraSweet genannt) auf. Es ist ein synthetischer Süßstoff, der 200mal süßer als Haushaltszucker und seit 1990 in Deutschland zugelassen ist.

Im Körper angekommen zerfällt Aspartam in seine 3 Grundsubstanzen: Phenylalanin, Asparaginsäure und Methanol. Phenylalanin ist gerade für Menschen, die unter der angeborenen, sehr seltenen Stoffwechselkrankheit Phenylketonurie (PKU) leiden sehr gefährlich. Betroffene können den Stoff Phenylalanin nicht abbauen, sodass er sich im Gehirn ablagert und zu „Schwachsinn“ und verkümmertem Wachstum führt. Aber auch bei anderen Menschen, die in großen Mengen Aspartam genießen, kann sich dieser Stoff im Gehirn einlagern und Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen sowie Depressionen verursachen. Methanol zerfällt im Körper weiter und wird zu Formaldehyd und Ameisensäure, was wiederum ebenfalls zu Kopfschmerzen, Ohrensausen, Übelkeit, Schwindel oder Zerstörung der Netzhaut führen kann. Der dritte Bestandteil, die Asparaginsäure, ist ebenfalls nicht ganz ungefährlich. Wird hier die Blut-Hirn-Schranke durchbrochen, kann er die Nervenzellen zerstören. Gerade bei Kindern ist diese Schranke noch nicht vollständig entwickelt.

Krankheiten wie Gedächtnisverlust, Epilepsie, Alzheimer, Parkinson, Krebs und Multiple Sklerose werden in diesem Zusammenhang von vielen Wissenschaftlern in unterschiedlichen Studien diskutiert. Ich kann mir darüber kein Urteil erlauben, dennoch möchte ich darauf hinweisen, dass Aspartam ein chemisches Produkt ist und mit einer gesunden und natürlichen Ernährung nichts zu tun hat.


Für mich persönlich hat sich die Ernährungsumstellung gelohnt. Es geht mir besser, als je zuvor. Ich fühl mich fitter und leistungsfähiger. Mein Hautbild hat sich verbessert, Magen-  und Verdauungsprobleme sowie „Heißhungeranfälle“ habe ich überhaupt nicht mehr.

Es kommt schon mal vor, dass ich mir im Restaurant ein Dessert gönne oder unterwegs eine Kugel Eis esse, aber meist sind mir die Sachen dann viel zu süß und schmecken gar nicht mehr.

Stay happy, healthy & in balance

Steffi