Ernährung
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„Superfood Monday“ (12. Teil): Matcha

Auf den heutigen „Superfood Monday“ habe ich mich besonders gefreut. Ich bin ja bekennende Tee-Trinkerin und vor allem Kräuter- und Grüne Tees stehen bei mir sehr hoch im Kurs. Matcha – das Grüne Gold Japans – ist dabei ein besonders seltener, hochwertiger und von mir lieb gewonnener Tee geworden.

Wo kommt Matcha eigentlich her?

Matcha (bedeutet übersetzt „gemahlener Tee“) hat eine intensive, fast künstlich wirkende, hell-grüne Farbe und wird aus den jungen Teeblättern der Tencha-Teepflanze hergestellt. Ursprünglich stammt diese Tee-Sorte aus China. Dort wurde das feine Tee-Pulver ab dem 6. Jh. für medizinische Zwecke (TCM) genutzt, da man schon damals sehr positive Erfahrungen in Bezug auf Körper und Geist machte. Bereits dort wurde das feinste Tee-Pulver in kleinen Schälchen mittels einem Bambusbesen aufgeschlagen und getrunken. Vor über 1.000 Jahren haben dann buddhistische Mönche Matcha mit nach Japan gebracht. Während das Matcha-Teetrinken in China zunehmend in Vergessenheit geraten ist, wurde diese Tradition in Japan weiter gepflegt. Im 16. Jh. hat sich dann daraus die japanische Teezeremonie (ein Ritual mit einer bestimmten Choreografie) entwickelt. Und auch die Techniken zum Anbau wurden mehr und mehr perfektioniert, sodass die Qualität des Matchas ebenfalls gesteigert werden konnte. Heutige Hauptanbaugebiete der Tencha-Pflanze sind China und Japan.

Was steckt drin?

In der Regel ist Tencha die Basis aus der Matcha hergestellt wird, teilweise wird auch die Gyokuro-Pflanze verwendet. Die Qualitätsunterschiede beim Matcha sind immens. Nur bei den hochwertigsten Tees werden die jüngsten, zartesten und obersten Blatt-Triebe 3-4 Wochen vor der Ernte beschattet und einmal pro Jahr per Hand gepflügt. Dadurch bildet sich besonders viel Chlorophyll und es wird der Koffein-, Aminosäuren- und Bitterstoffgehalt erhöht. Nur so wird ein sehr intensiver und dennoch milder Geschmack erreicht. Nach dem Dämpfen werden diese Blättchen schonend getrocknet und in Steinmühlen zu einem feinen Pulver zermahlen. Blatt-Stängel wurden vorher aussortiert. Der Prozess des Mahlens ist sehr zeitintensiv. Für ca. 30 g Matcha benötigt man 1 Stunde. Das erklärt u.a. auch die teuren Herstellungskosten.

Matcha, auch als „Trank der Unsterblichkeit“ bekannt, hat zahlreiche gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe und ist reich an:

  • Koffein und Aminosäuren
  • Antioxidantien
  • Chlorophyll
  • Proteinen
  • Calcium, Eisen, Kalium
  • Vitaminen A (Beta-Karotin), B1, B2, B3, C, E und K

Matcha gilt als der „gesunde Espresso“, denn 1/2 TL Matcha hat die gleiche Wirkung wie 1 Espresso. Matcha-Koffein ist jedoch für den Körper verträglicher, da dieses erst am Darm – und nicht wie beim Kaffee bereits im Magen – freigesetzt wird. Dadurch ist Matcha-Koffein nicht so aggressiv, denn der belebende Effekt tritt erst etwas später ein, hält aber dafür länger an. Dies sorgt für erhöhte geistige Aufmerksamkeit, unterstützt beim Stressabbau und kurbelt den Stoffwechsel, die Atmung und die Herztätigkeit an. Durch die vielen Antioxidantien stärkt Matcha das Immunsystem und die Abwehrzellen, verlangsamt das körperliche und mentale Altern (Anti-Aging-Wirkung), hemmt den Appetit, fördert die Ausdauer und unterstützt den Fettabbau.

Man sagt Matcha noch weitere positive Nebeneffekte nach, die bereits in verschiedenen Studien untersucht und angeblich belegt werden konnten: Regulierung des Cholesterinspiegels, Verminderung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und wachstumshemmende Wirkung auf Krebszellen.

Aufgepasst: Matcha enthält Oxalsäure. Menschen, die zur Bildung von Nierensteien neigen, sollten beim Verzehr aufpassen.

Wie kann man Matcha verwenden?

Bevor ich auf die Verwendung eingehe, möchte ich noch etwas zur Beschaffung und Qualität sagen. Original Matcha Tee stammt ausschließlich aus Japan. Da dieser Tee in den letzten Jahren immer beliebter in Europa wird, gibt es mittlerweile einige Händler, die auch minderwertige Qualitäten (China-Fakes) zu teilweise horrenden Preisen anbieten. Teuer ist hier nicht gleich besser. Ein leuchtendes jade-grün ist ein gutes Indiz dafür, dass der Tee von höherer Qualität ist. Die Farbe sollte sich nach dem Aufschlagen nicht in einen gelben oder bräunlichen Ton verändern. Der Tee darf keine Zusätze, Zucker oder andere Verunreinigungen enthalten. Beim Anbau sollten keine Düngemittel, Pestizide oder Herbizide eingesetzt worden sein. Bio-Qualität wäre hier zu bevorzugen, wobei die Top-Qualitäten meist nicht in Bio angeboten werden. Da Matcha sehr schnell oxidiert wird empfohlen, dass er luftdich, im Kühlschrank aufbewahrt und schnell (ca. 4 Wochen nach dem Öffnen) verzehrt wird.

Die Zubereitung von Matcha ist vielfältig. Entweder klassisch als Tee oder als Ergänzung im Smoothie, Müsli, Eiscreme, Kuchen, Schokolade, Sorbets, etc.

Bei der klassischen Tee-Zubereitung sollte man unbedingt die traditionelle Zubereitungsform beachten: Ca. 1/2 – 1 TL Matcha Pulver durchsieben und in eine Teeschale geben. Danach ca. 80-100 ml Wasser aufkochen und auf ca. 75 °C abkühlen lassen und zum Matcha Pulver geben. Die genaue Temperatur ist letztendlich abhängig von der Tee-Qualität. Zum Schluss mit dem Bambusbesen in W-Form den Tee schaumig-cremig schlagen. Genaue (Video-) Anleitungen gibt es im Internet.

Ich durfte in Japan an verschiedenen Tee-Zeremonien teilnehmen. Seitdem trinke ich meine Schale Matcha – klassisch aufgeschäumt mit dem Bambusbesen –  jeden Morgen zum Frühstück und nehme meine Utensilien auch überall mit hin, wenn ich unterwegs bin. Meinen derzeitigen Lieblingsmatcha kaufe ich hier.

Was sind deine Erfahrungen mit Matcha? Hast du Matcha bereits ausprobiert oder möchtest es vielleicht noch? Welchen Matcha trinkst du am liebsten? Ich bin sehr auf deinen Bericht gespannt.

Be happy, healthy & in balance

Steffi

 

 

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