Ernährung
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„Superfood Monday“ (17. Teil): Braunhirse

Der heutige „Superfood Monday“ steht ganz im Zeichen der Hirse, genauer gesagt der Braunhirse.

Wo kommt das Superfood her?

Braunhirse ist eine sehr alte Kultur- und Heilpflanze und mehr und mehr wieder im Kommen. Sie gehört zur Familie der Süßgräser, aus der Gattung der Rispenhirsen und ist auch unter dem Namen Rothirse, Red Millet, Braune Wildform oder ungeschälte Speisehirse bekannt. Wie der Name bereits verrät, unterscheidet sie sich von anderen Hirsearten durch die bräunlich-rote Schale. Hirse ist ein Spelzgetreide und gehört zu den ältesten Getreidearten. Ursprünglich stammt sie aus Asien und noch heute zählt sie in Nordafrika und Asien zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln.

Was steckt drin?

Braunhirse ist eines der mineralstoffreichsten Getreide weltweit. Es ist glutenfrei, enthält Kieselsäure (Silicium), Fluor, Phospor, Eisen, Magnesium, Kalium, Zink und ist reich an B-Vitamine (B1, B2, B5, Folsäure, Pantothensäure, Niacin). Weiterhin bietet sie positive Effekte auf Gelenke, Gefäße, Knorpel, Bandscheiben, Haut, Haare, Nägel, der Kollagensynthese und stärkt die Knochen. Sie sorgt für glatte frische Haut, glänzende Haare, gesunde Zähne und stabile Finger- u. Zehennägel. Braunhirse festigt das Bindegewebe, hat einen positiven Einfluss auf das Nervensystem, reguliert den Wasserhaushalt, wirkt basenbildend und entzündungshemmend.

Alle Wirkstoffe liegen in hoher Bioverfügbarkeit vor und sind deshalb sehr gut resorbierbar. Es gibt wohl Studien darüber, wo Braunhirse in der Rheuma- und Osteoporose-Therapie erfolgreich eingesetzt wurde. Auch bei starker Arthrose konnte angeblich mittels täglicher Einnahme von mehreren Teelöffeln Braunhirse-Mehl Patienten von ihren schrecklichen Schmerzen innerhalb von 6 Wochen befreit werden.

Wie kann man Braunhirse verwenden?

Bei der Braunhirse scheiden sich die Geister bei den Verzehr-Empfehlungen. Sie wird von vielen gelobt und von einigen verschrien. Auch an dieser Stelle wieder mein Hinweis: „Die Dosis macht das Gift“. In konzentrierter, isolierter, hochdosierter und unnatürlicher Form (Kapseln o.ä.) sollte man generell keine Produkte zu sich nehmen. Die Natur hat es immer ganz schlau gemacht, egal bei welchen Früchten, Kräutern, Gemüsesorten etc. Eine Einnahme in natürlicher Form und in gemäßigten Mengen ist für den Körper meist verträglich – Vorsicht bei Allergien oder Intoleranzen – und kann sich sehr positiv auf dem Organismus auswirken.

Braunhirse wird samt Schale und Spelze zu einem feinen Mehl gemahlen und so besser verdaulich gemacht. Dieses Mehl wird in vielen Reformhäusern oder Bio-Läden angeboten und muss dann für den Verzehr nicht zu Brei gekocht, sondern kann ganz einfach roh als natürliches Nahrungsergänzungsmittel in Speisen (Müsli) oder Getränke (Smoothies) gerührt oder drüber gegeben werden. So bleiben auch alle wertvollen Mineralstoffe und Vitalstoffe gut erhalten und resorbierbar. In kleineren Mengen kann das Mehl auch in Brotrezepten eingesetzt werden. Genaue Verzehrempfehlungen bitte den Verpackungen entnehmen.

Kritiker, aber auch die Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel warnen bzw. weisen darauf hin, dass durch das Mahlen auch ungesunde Schalenbestandteile in den Körper gelangen können. Ein übermäßiger Verzehr kann unerwünschte Wirkungen auf den Körper haben, da Braunhirse Flavonoiden (sekund. Pflanzenstoffe) und Gerbstoffe enthält. Begründet wird dies, da die gesundheitlichen Wirkungen bisher noch nicht vollständig erforscht sind. Und Menschen mit einem empfindlichen Magen und Darm sollten vom Verzehr absehen.

Befürworter hingegen weisen darauf hin, dass gerade die sekundären Pflanzenstoffe sehr gesundheitsfördernd und nicht schädigend sind.

Dennoch enthält Braunhirse Spuren von Oxalsäure, die auch in Rharbarber, Mangold, Spinat, Sauerampfer enthalten ist. Oxalsäure kann – wie bereits in anderen Beiträgen erwähnt – zur Bildung von Nierensteinen führen. Aber da hier noch weitere Faktoren mit reinspielen (zuwenig trinken, zu hoher Salzkonsum, Darmflorastörung, Übersäuerung des Körpers), führt meiner Meinung nach nicht allein der Verzehr von Braunhirse dazu, wenn dies gemäßigt erfolgt.

Wer dem allen aus dem Weg gehen möchte, kann Braunhirse auch fermentieren. Genaue Anleitungen finden sich im Internet. Dabei werden alle eventuellen gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffe abgebaut.

Zum Schluss möchte ich auch nochmals darauf hinweisen, dass das Produkt immer aus kontrolliert biologischer Herkunft sein sollte und frei von Zusatz- oder anderen Stoffen.

Kennst du Braunhirse? Integrierst du sie in deinen Speiseplan?

Ich habe bisher nur sehr gute Erfahrungen damit gemacht (Haut, Haare, Bindegewebe, Fingernägel) und gebe ca. 1 EL Braunhirse-Mehl mit in mein Müsli.

Be happy, healthy & in balance

Steffi

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  1. Pingback: Superfoods | wohlfuehlkost

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