Ernährung
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„Superfood Monday“ (20. Teil): Brennnessel-Pulver

Auch am heutigen Montag heißt es wieder „Superfood Monday“. Dieses Mal geht es um das heimische „Super-Heilkraut“ – die Brennnessel. Sie ist oft als Unkraut verschrien. Doch es steckt mehr in ihr.

Wo kommt das Superfood her?

Die Brennnessel gehört zur Familie der Brennnesselgewächse (Urticaceae) und kommt weltweit vor. Die Pflanze ist anspruchslos und gedeiht in den gemäßigten Gebieten auf der Nord- sowie Südhalbkugel. Es gibt zig Unter-Arten der Brennnessel, wobei es in Deutschland nur 4 Arten gibt. Es handelt sich hierbei um einjährige Pflanzen, die bis zu 3 Meter hoch werden können. Wie der Name bereits verrät, besitzt das Superkraut kleine Brennhaare, die nach Berührung Schwellungen auf der Haut hinterlassen. Die Brennflüssigkeit ist ein Cocktail aus verschiedenen chemischen Substanzen: Ameisensäure, Acetylcholin, Histamin, Serotonin und Natriumformiat. Die Brennhaare sind ein Schutzmechanismus gegen Fressfeinde. Gerade in Notzeiten und in armen Familien wurde sie bereits vor Jahrhunderten auf Brach- und Ackerland angebaut und verzehrt. Ich gehe im Folgenden nur auf die Große Brennnessel (Urtica dioica) ein, deren Brenngift meist weniger schmerzhaft ist und die bei uns als Heil- und Nutzpflanze angesehen wird.

Was steckt drin?

Die Brennnessel ist das Superfood unter den Wildkräutern und bietet sehr viele nützliche sowie reichlich Inhaltsstoffe: Vitamine (A, B1, B2, B3, B5, Folsäure, C, D, E, K), Beta Carotin, Aminosäuren (hochwertiger Eiweißlieferant), Flavonoide, Antioxidantien, Chlorophyll, Fettsäuren, Calcium, Eisen, Magnesium, Mangan, Kalium, Kieselsäure (Silicium), Phosphor und Zink. Was wird ihr nun genau nachgesagt?

  • eine harntreibende Wirkung, die bei der Ausschwemmung von Giftstoffen (Nikotin, Alkohol, Umweltgifte, u.s.w.) unterstützt
  • entzündungshemmende Eigenschaften, die Linderung bei Krankheiten mit rheumatischer Ursache oder chron. Darmerkrankungen verschaffen
  • steigert die Milchproduktion einer stillenden Mutter
  • blutreinigend, blutbildend und blutzuckersenkend
  • stärkt die körpereigenen Abwehrkräfte
  • wirkt vitalisierend bei Energiemangel und Müdigkeit
  • kräftigt Fingernägel und Haare, fördert den Haarwuchs
  • bessert Prostatabeschwerden
  • hilft dabei saisonale Allergien zu lindern

Da der Verzehr von Brennnessel-Produkten mit anderen Medikamenten interagieren kann, bitte sich vorher mit dem Hausarzt abstimmen.

Wie kann man das Superfood verwenden?

Die zarten Blätter der jungen Brennnesselpflanze brennen nicht und lassen sich ganz einfach mit der Hand pflücken. Die frischen Blätter können dann zum Salat, Brotaufstrich oder Smoothie weiter verarbeitet werden.

Wer keine Möglichkeit hat, die Blätter selbst zu ernten, kann auf sein Reformhaus oder Bioladen des Vertrauens ausweichen. Gelegentlich werden diese dort in der Gemüseabteilung angeboten. Also, Augen auf beim Einkauf. Im Handel kannst du Brennnesseln auch in Kapsel-, Tabletten, Pulver- oder in getrockneter Form als Tee kaufen.

Ich nutze zur Zeit ein Brennnessel-Pulver. Dieses lässt sich mühelos in sämtliche Speisen (bei mir meist in Smoothies) hinzufügen und versorgt den Organismus mit den o.g. Vital- und Nährstoffen. Brennnessel-Samen können ganz leicht über das Müsli gestreut werden. Auch solltest du wie immer darauf achten, dass das Pulver oder die Samen aus kontrolliert biologischen Anbau stammen und frei von Zusatzstoffen sind. Die genaue Dosierung kann der Verpackung entnommen werden.

Wie überall: Die Dosis macht die Wirkung bzw. das Gift. Wildkräuter und dazu gehört auch die Brennnessel sollten als Nahrungsergänzung angesehen und nur als Beilage verzehrt werden. Trotz des hohen Mineralstoffgehalts sind einige Pflanzen in machen Regionen stark mit Nitrat belastet, was vom Organismus, aber auch durch die Verarbeitung und Zubereitung in das gesundheitsschädliche Nitrit umgewandelt werden kann. Zum Sammeln und Ernten eignet sich eher der Abend, da die Pflanze tagsüber durch das Sonnenlicht das Nitrat besser in Aminosäuren umsetzen kann. Gemüse aus biologischen Anbau hat meist einen niedrigeren Nitratgehalt, da die Bauern keinen Kunstdünger verwenden und generell weniger düngen.

Ich hoffe, ich habe dir trotz aller „Risiken“ die Lust aufs Ausprobieren des heimischen Superkrauts nicht genommen und wünsche dir viel Spaß dabei.

Be happy, healthy & in balance

Steffi

P9980418

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