Ernährung
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„Superfood Monday“ (21. Teil): Kurkuma

Wo kommt das Superfood her?

Kurkuma wird auch gelber Ingwer, indischer Safran, oder Gelb- bzw. Safranwurzel genannt und gehört zur Familie der Ingwergewächse. Die Pflanze selbst wird ca. 1 Meter hoch und ihre Heimat ist Südostasien. Der Wurzelstamm, auch Rhizom genannt, ist die uns bekannte Kurkuma. Diese Wurzel kann bis zu 7 cm lang, 2,5 m dick werden und hat im Inneren eine tieforange Farbe. Vom Geschmack her ist sie sehr würzig, leicht bitter und ist ein wichtiger Bestandteil von Currypulver.

In Indien wurde Kurkuma bereits vor 4.000 Jahren als Heil- und Gewürzpflanze eingesetzt. Und auch heute noch hat die Wurzel vor allem im Bereich der traditionellen indischen Heilkunst Ayurveda einen sehr hohen Stellenwert. Dort zählt sie zu den „heißen Gewürzen“, denen eine energiespendende Wirkung zugesprochen wird. Sie wird für viele Krankheiten eingesetzt, sei es bei Nervenschwäche, Kreislauf- oder mentalen Problemen oder aber als Aphrodisiakum. Auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird Kurkuma als Pflanze für den gesamten Körper geschätzt. Sie wird aber auch als Färbemittel für Lebensmittel, Salben, Papier oder Stoffe genutzt. Bekannt sind hierzulande die gelb-orangen Gewänder der buddhistischen Mönche.

Was steckt drin?

Seit einigen Jahrzehnten wird Kurkuma auch in der westlichen Welt bekannter und beliebter. Es wurden und werden zahlreiche Studien mit der Heilpflanze durchgeführt. Forscher konnten bereits die Vorteile bei der Behandlung von Lungen-, Darm- und Lebererkrankungen aufzeigen. Auch bei Virusinfektionen, Krebs und Arthritis wird sie unterstützend erfolgreich eingesetzt.

Kurkuma hat eine Vielzahl aktiver Inhaltsstoffe und wird fast schon als Wundermittel angesehen:

  • der Hauptwirkstoff ist der sekundäre Pflanzenstoff Kurkumin. Dieser Stoff wirkt stark entzündungshemmend, schmerzlindernd, hemmt die Entwicklung von Knochenabbau (Osteoporose), regt die Bildung der Fress-, T- und B-Zellen an (Abwehrzellen und Antikörperbildung)
  • besitzt viele Vitamine: C, E, B1, B2 und B3 und viele Mineralstoffe: Calcium, Chrom, Eisen, Kalium, Kalzium, Mangan, Phosphor, Selen und Zink
  • mehrere Carotinoide für die Umwandlung in Vitamin A zur Stärkung der Abwehrkräfte und weitere sekundäre Pflanzenstoffe
  • verfügt über hoch antioxidative Eigenschaften und hemmt somit die Entwicklung freier Radikale bzw. neutralisiert bestehende
  • reguliert den Cholesterinspiegel und Blutdruck
  • regt die Verdauung an; stimuliert die Produktion von Magen- und Gallensaft
  • schützt und unterstützt die Leber bei der Entgiftung
  • wirkt immunstimulierend und kurbelt den Stoffwechsel an
  • beschleunigt die Wundheilung
  • gilt als natürlicher „Fatburner“ (alles was scharf schmeckt, lässt die Pfunde schmelzen)
  • stimuliert den Neuaufbau des Bindegewebes; wirkt sich positiv auf Haut und Haare aus
  • enthält sog. „Psychohormone“; in Kombination mit Piperin (bspw. aus Schwarzen Pfeffer) für die natürliche Behandlung von Depressionen

Mit der Einnahme sollte man aufpassen, wenn blutverdünnende oder gerinnungshemmende Mittel eingenommen werden. Auch Menschen mit Herzkrankheiten, Blutgerinnungsstörungen, Gallensteinen, Gallenkolik, toxischer Leber oder Schwangere sollten vor dem Verzehr einen qualifizierten Arzt konsultieren.

Wie kann man das Superfood verwenden?

Bei uns wird Kurkuma im Handel meist in Pulverform angeboten. Selten bekommt man sie als getrocknete oder frische Wurzel zu kaufen. Als Nahrungsergänzungsmittel ist Kurkuma auch in Kapselform erhältlich. Dieses sollte eine hohe Bioverfügbarkeit aufweisen und qualitativ hochwertig sein. 100 mg pro Tag gelten als gut verträglich. Eine Kurkuma-Therapie sollte immer unter ärztlicher Aufsicht stattfinden und nicht eigenverantwortlich durchgeführt werden.

Das Gewürz passt sehr gut zu Kartoffel-, Reis- und Gemüsegerichten. Aber auch zu Fleisch- und Fischgerichten, Dips und Würzmischungen kann es dazu gegeben werden und hier sehr gut das Salz ersetzen. In der süßen Variante eignet es sich hervorragend in der Kombination mit Ingwer und Anis.

Tipps für die Praxis:

  • beste und effektivste Wirkung wird mit frischen Wurzeln erreicht, diese kann getrocknet, gemahlen oder gekocht werden
  • starke Hitzeeinwirkungen zerstören wertvolle Nährstoffe; Kurkuma möglichst erst nach dem Kochen hinzugeben
  • sollte aus kontrolliert biologischen Anbau stammen und frei von Bestrahlungen, Zusatzstoffen oder Farbstoffen sein
  • in Maßen kaufen, da Geschmack mit der Zeit nachlässt
  • Kontakt mit Haut und Kleidung meiden, da Verfärbungen recht schnell entstehen
  • bessere Absorption wird in Kombination mit Pfeffer erzielt; das darin enthaltene Piperin verbessert die Aufnahme in den Blutkreislauf
  • Kurkumin ist fettlöslich, immer etwas Öl oder Fett dazugeben

Be happy, healthy & in balance

Steffi

P9980033

11 Kommentare

  1. Carmen sagt

    Ich hatte mich schon gefragt, welches Superfood du diese Woche vorstellst:-) Danke für die neuerliche kompakte Info-Ladung!
    Mit Kurkuma experimentiere ich auch grad. Allerdings nur in Pulverform. Unser Bioladen kann derzeit keine Wurzeln beziehen. Das mit dem Pfeffer hab ich auch vor kurzem rausgefunden, allerdings kann ich zur kombinierten Wirkung (noch?) nichts sagen. Wenn ich nicht so viel Obst essen möchte, würze ich meinen Chia-PUdding (mit Mandelmilch angerührt) damit.

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  2. Pingback: Schnelle Küche: Kürbissuppe mit Ingwer und Kurkuma (vegan) | wohlfuehlkost

    • Danke dir, liebe Bianka.
      Kurkuma gehört für mich mittlerweile auch fast täglich auf den Speiseplan.
      Dein Artikel ist ebenfalls sehr informativ zusammengefasst. 🙂
      Liebe Grüße
      Steffi

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