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„Superfood Monday“ (26. Teil): Blütenpollen

Hallo Montag! Hallo Spätsommer! In einigen Bundesländern sind die Sommerferien vorbei, der Alltag kehrt zurück und der Herbst steht bereits in den Startlöchern, auch wenn heute nochmals die 30 Grad Marke geknackt wurde.

Aber eines bleibt uns noch und das bereits seit 26 Wochen, der „Superfood Monday“. Dieses Mal stelle ich dir die Blütenpollen näher vor.

Wo kommt das Superfood her?

Blütenpollen sind die männlichen Keimzellen der Blütenpflanzen. Diese werden von Wind und Insekten, hauptsächlich jedoch von den Bienen – von Blüte zu Blüte – auf die Narbe des Griffels übertragen und so befruchtet. Weiterhin dienen die Blütenpollen den Bienen auch als Nahrungsmittel für sich und ihre Brut, da alle wichtigen Nährstoffe enthalten sind. Während des Flugs von Blüte zu Blüte sammeln die Bienen den staubigen Pollen ein, formen daraus die Blütenpollenkörnchen und überziehen diese mit wachshaltigem Nektar.

Der Blütenpollen wird durch sogenannte Pollenfallen gewonnen. Die Biene zwängt sich am Eingang des Bienenstocks durch ein enges Loch. Die an den Hinterbeinen gesammelten Pollenkörner werden dabei abgestreift und landen in einem Sammelbehälter. Die Blütenpollen müssen dann unverzüglich getrocknet werden. Die Hauptfarbe des Blütenpollens ist gelb. Es können sich aber auch andersfarbige Körner darunter befinden, z.B. orange, rote, grüne oder braune.

Um die Versorgung des Bienenstocks nicht zu gefährden, muss die Pollenfalle regelmäßig abgebaut werden. Es ist wichtig darauf zu achten, dass die Blütenpollen aus einer nachhaltigen und bienenfreundlichen Umgebung stammen – sozusagen von einem Imker des Vertrauens. Es dürfen max. 10-25% der Pollen „geerntet“ werden, der restliche Teil muss unbedingt im Bienenstock belassen werden.

Ein Granulatkörnchen ist ca. 2 mm groß und enthält etwa 2 Millionen Pollen einer Blume. Um 1 kg Blütenpollen zu erhalten muss eine Biene 100.000 mal ihr „Körbchen“ packen. An einem guten Tag bringt ein Bienenvolk bis zu 150g Blütenpollen heim. Für einen Teelöffel Blütenpollen muss eine Biene einen ganzen Monat, acht Stunden am Tag arbeiten. Die Herstellung dieses Produkts ist also sehr aufwendig für die Bienen.

Was steckt drin?

Bereits die Wikinger nutzten die Blütenpollen auf ihren langen Reisen als Nahrung. Aber erst vor gut 80 Jahren wurden Forscher auf die kleinen Kraftpakete aufmerksam und untersuchten sie genauer.

Blütenpollen gehören zu den reichsten Vitamin-, Mineralstoff-, Protein-, Aminosäuren-, Hormon-, Enzym- und Fettquellen überhaupt. Dazu liefern sie eine Menge an natürlichen Antibiotika. Und obwohl in den letzten Jahren die Inhaltsstoffe der Blütenpollen größtenteils identifiziert werden konnten, ist es den Forschern bisher nicht gelungen das geheimnisvolle „Extra“ zu entschlüsseln, was sie so wertvoll und magisch macht.

Sie sind reich an:

  • Antioxidantien (Radikalfänger)
  • Proteinen/ Aminosäuren (für Vegetarier: gute Alternative zu tierischen Proteinquellen)
  • Vitaminen (insbes. B1, B2, E, D, E, H, P)
  • Mineralien (Calcium, Eisen, Phosphor, Kupfer, Kalium, Magnesium, Natrium, Mangan, Selen, Silica, Schwefel, Titan, Zink, Jod, Chlor)
  • Enzyme (Biokatalysatoren)

Blütenpollen wird nachgesagt, dass:

  • sie „Energiebooster“ sind (steigern die Vitalität und Widerstandskraft)
  • für eine schöne Haut und Haare sorgen (wird seit Jahren in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet)
  • gegen Allergien wirken (reduzieren bspw. die Anwesenheit von Histamin; es wurden – unter ärztlicher Aufsicht – gute Ergebnisse bei der Desensibilisierung von Heuschnupfen erzielt)
  • die Immunabwehr/ das Immunsystem stärken
  • für eine bessere Verdauung sorgen und die Darmflora ins Gleichgewicht bringen
  • beim Abnehmen (regen den Stoffwechsel an, beschleunigen den Kalorienverbrauch, regeln den Appetit) und beim Muskelaufbau helfen
  • positiv auf Hormone wirken (bei Männer: Verhinderung von Prostatabeschwerden; bei Frau: Verminderung von Wechseljahrbeschwerden)
  • für gesunde Knochen und hilfreich bei einer Osteoporose sind
  • sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System auswirken
  • einen Anti-Aging-Effekt haben (v.a. das Mineral Selen verlangsamt den Alterungsprozess in den Zellen)
  • das Allgemeinbefinden (bspw. nach schweren Krankheiten oder Operationen) und die Konzentration steigern
  • die Sehkraft verbessern können (bspw. bei anstrengender PC-Arbeit)
  • Abhilfe bei Leberbeschwerden und stark schmerzhafter Menstruation leisten
  • das Wachstum bestimmter Bakterien hemmen

Wie kann man das Superfood verwenden?

Blütenpollen sind bei uns in getrockneter Form als Granulat, in Kapselform, als Saft oder Nektar erhältlich. Der Geschmack von getrocknetem Blütenpollen-Granulat variiert je nach Pollen der Blume und kann sich von leicht süßlich, über nussig und fein herb bis hin zu bitter erstrecken. Beim Verzehr ist darauf zu achten, dass Blütenpollen nicht erhitzt wird, da dadurch die wertvollen Nährstoffe und Enzyme zerstört würden. Um vom menschlichen Körper gut aufgenommen zu werden müssen die Pollen gut eingespeichelt werden.

ACHTUNG: Mit der Dosierung von Blütenpollen bitte langsam beginnen. Sie sind auch nicht für jeden geeignet. Gerade Allergiker können auf Bienenprodukte teilweise sehr heftig reagieren. Hier ist eine vorherige Absprache mit dem Heilpraktiker dringend zu empfehlen. Diabetiker sollten ebenfalls auf den Verzehr verzichten.

Für alle die nicht wissen, ob eine Überempfindlichkeit besteht, einfach ein Blütenpollenkorn unter die Zunge legen und abwarten bis es vollständig von der Schleimhaut absorbiert wurde. So gelangen die Inhaltsstoffe direkt in die Blutbahn. Treten innerhalb eines Tages keine Symptome auf, wird der Test am nächsten Tag erneut durchgeführt. Bleiben auch hier die Nebenwirkungen aus, kann man mit der vollen Dosis (1 TL für Erwachsene) beginnen. Bei Kindern ohne Überempfindlichkeit sollte die Dosierung jedoch mit 3 Granulatkörnern gestartet und alle paar Tage um 2 Körner  erhöht werden, bis eine Maximal-Dosis von 1/2 TL errreicht ist. Bei Unsicherheiten bitte auch hier sich vorab mit einem Heilpraktiker abstimmen.

Tipps für Einkauf & Lagerung:

  • 100% Bio-Qualität aus nachhaltigem Anbau (vom Imker des Vertrauens)
  • rohes unverarbeitetes Blütenpollen-Granulat
  • frei von Zusatzstoffen
  • vom Heimatkontinent (insbes. bei Allergikern)
  • im luftdichten Behälter im Kühlschrank aufbewahren (besserer Schutz vor Schimmel und Pilzen)

Verzehrmöglichkeiten:

  • als Topping fürs Müsli, overnight-oats oder abgekühlter Frühstücksbrei
  • im Smoothie
  • rohe Müsli- oder Energieriegel
  • Salate

Ich selbst habe noch keine längeren Erfahrungen mit Blütenpollen. Meine ersten Berührungspunkte hatte ich vor einiger Zeit in Südtirol, als diese beim Frühstücksbuffet mit angeboten wurden. Für mich stehen sie erst seit ein paar Tagen mit auf dem Speiseplan. Bisher habe ich sie nur fürs Topping im Müsli verwendet.

Hast du bereits Blütenpollen ausprobiert? Was sind deine Erfahrungen? Ich freue mich wie immer über dein Kommentar hier im Blog.

Be happy, healthy & in balance

Steffi

P1000157

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