Ernährung
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„Superfood Monday“ (27. Teil): Kürbiskerne

Jetzt zur Herbstzeit gibt es wieder überall leuchtende Kürbisse zu kaufen. Aber es lässt sich nicht nur aus dem Fruchtfleisch eine leckere Suppe zaubern, denn auch die Kerne sind wertvolle Nährstofflieferanten und stehen bei vielen als heimische Superfoods mit auf dem täglichen Speiseplan.

Wo kommt das Superfood her?

Kürbisse selbst gehören zur Familie der Kürbisgewächse, deren Ursprung in Mittelamerika liegt. Dort haben Forscher Kerne bzw. Samen entdeckt, die auf einen Ursprung bis in das Jahr 8.000 v.Chr. zurückreichen. Man geht davon aus, dass der Kürbis Ende des 15. Jahrhunderts mit nach Europa gebracht wurde, wo er auch seitdem kultiviert wird. Heute gibt es fast 700 Sorten, angefangen vom kleinen Zierkürbis bis hin zum mehrere hundert Kilogramm schweren Riesenkürbis.

In den arabischen Ländern werden getrocknete Kürbiskerne bereits seit Jahrhunderten gern zum Tee geknabbert. Bei uns in Deutschland sind die Kerne erst seit ca. 15 Jahren „angesagt“ und sind vom Abfallprodukt in die Sterneküche – als hochwertiges Öl – aufgestiegen.

Was steckt drin?

Kürbiskerne liefern:

  • reichlich ungesättigte Fettsäuren
  • Vitamine: E (hohe antioxidative Wirkung), C, A, D, B1, B2, B5 und B6
  • Carotinoide (sekundäre Pflanzenstoffe)
  • Mineralstoffe und Spurenelemente: Magnesium, Mangan, Kupfer, Eisen, Phosphor, Zink, Selen
  • Phytosterine/ Phytosterole/ Phytoöstrogene (bioaktive Inhaltsstoffe)
  • Enzyme
  • Tryptophan

Der Verzehr wird insbesondere empfohlen:

  • zur Bekämpfung von Darmparasiten
  • bei Blasenproblemen und zur Entgegenwirkung von Nierensteinen
  • zur Linderung von Prostatabeschwerden
  • zur Stärkung der Abwehrkräfte
  • zur Vorbeugung von Bluthochdruck
  • zur Senkung des Herzinfarktrisikos

Wie kann man das Superfood verwenden?

Die Kürbiskerne kannst du ganzjährig im Supermarkt, Reformhaus oder Bioladen kaufen. Auch hier sollte auf die Herkunft und Qualität geachtet werden. Vom Geschmack her sind sie mild nussig und vielseitig verwendbar. Ob roh oder leicht angeröstet, sind sie eine leckere Knabberei pur oder als Zugabe in Salaten, Müslis, Joghurt, Aufläufen, Gratins oder über Gemüse. Aus den Kernen kann aber auch Kürbiskernbrot, -kuchen oder -kekse gebacken und aus gekeimten Kürbiskernen können Kürbiskern-Cracker hergestellt werden.

Da die Kerne einen hohen Öl- bzw. Fettanteil haben, sollten sie trocken, kühl und lichtgeschützt aufbewahrt werden. Die empfohlene Tagesdosis liegt bei ca. 2 EL, möglichst auf morgens und abends aufgeteilt.

ACHTUNG: Aufgrund der enthaltenen Phytinsäure in Ölsaaten wird Menschen, die einen großen Verbrauch an Nüssen, Kernen, Samen oder Mandeln haben (bspw. Rohköstler), empfohlen, diese vor dem Verzehr einzuweichen.

Rezept-Tipp:

Aus Kürbiskernen lässt sich auch ein veganer „Käse“ zaubern. Hierfür einfach ca. 100 g Kerne 1-2 Tage keimen lassen. Danach diese mit etwas Wasser, Meersalz und wenn gewünscht eine Knoblauchzehe im Hochleistungsmixer mixen. Anschließend die Paste in eine kleine Schale (nicht Plastik oder Alu) füllen und über Nacht – an einem warmen Ort – fermentieren lassen. Danach die Paste zu einem Käse formen, noch frische Kräuter drüber streuen und zum Salat, Brot oder Gemüse genießen.

Ich sende dir ganz herzlich herbstliche Grüße.

Be happy, healthy & in balance.

Steffi

P1000158

6 Kommentare

  1. Pingback: Schnelle Küche: Kürbissuppe mit Ingwer und Kurkuma (vegan) | wohlfuehlkost

  2. cadoe444 sagt

    Herzlichen Dank für diesen Artikel über die heimischen Superfood Kerne.
    Interessanterweise hatte ich grad letzte Woche mal wieder ein Kürbiskernkonfekt gemacht – ich liebe es. Und gestern ein Pesto, in dem auch Kürbiskerne waren. Die Qualität, die man bei uns im Drogeriemarkt bekommt, ist – laut meinen Recherchen – sogar roh (und bio).
    Auf die Idee mit dem Keimen bin ich noch nicht gekommen. Werde ich definitiv ausprobieren!
    Liebe Grüße, Carmen

    Gefällt 1 Person

  3. Ulrike sagt

    Hallo Steffi,
     
    kann ich für den „Kürbis-Käse“ direkt die Kerne aus dem frischen Kürbis nehmen oder müssen die Kerne vorher getrocknet/geröstet werden?
    Danke!
    Lieben Gruß
    Ulrike

    Gefällt 1 Person

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