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Wohlfuehlkost on tour: Japan – Teil 2 (Tokyo)

Hier kommt nun der 2. Teil meines Japan Reiseberichts und diesmal geht es um die größte Stadt Japans – Tokyo.

Allgemeine Infos

Tokyo ist genau genommen seit 1943 keine Stadt mehr, sondern eine Präfektur. Das Stadtgebiet hat 23 Bezirke, wobei jeder Bezirk autonom ist und eine eigene Verwaltung hat. Insgesamt leben hier über 37 Millionen Menschen. Und Tokyo entwickelt sich ständig weiter. Neue Viertel entstehen dann, wenn am Stadtrand neue Gebiete erschlossen werden oder wenn Land in der Bucht von Tokyo aufgeschüttet wird.

Ich war bisher 3 mal in Tokyo. Für eine Woche im Februar 2011 sowie am Anfang und am Ende unterer jetzigen Japan Reise im November 2015. Insgesamt habe ich dabei 18 Tage in Tokyo verbracht und damit einen guten Eindruck bekommen, aber bei weitem noch nicht alles gesehen. Dafür bietet diese Mega-Metropole viel zu viel. In Tokyo trifft die Superlative der Moderne auf Tradition. Ihr findet hier von Lärm, Kitsch und teuren Mega-Shopping-Malls bis hin zu Stille, grünen Parks und Tempeln alles. Oft sehr eng nebeneinander. Und Tokyo hat weitere Megastädte als „Vororte“. So ist zum Beispiel Yokohama mit seinen 3,7 Millionen Einwohnern etwas größer als unsere Hauptstadt Berlin. Kurioserweise liegt zwischen Tokyo und Yokohama noch die 1,5 Millionen Einwohner Stadt Kawasaki. Bei der Zugfahrt merkt man diese Stadtwechsel nicht, ein urbanes Gebiet folgt nahtlos auf das nächste – wirklich beeindruckend.

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Für die Reisevorbereitung kann ich euch den Lonely Planet, den Reise Know-How Japan sowie die Japan Guide Webseite empfehlen.

Fortbewegung

Im November 2015 hatten wir mit Temperaturen rund um die 20 Grad und jeder Menge Sonnenschein perfektes Wetter, um die Stadt und das Land zu erkunden. Wir waren dabei viel zu Fuß unterwegs, um möglichst viel von der Stadt zu sehen und haben für längere Distanzen die Tokyo Metro genutzt. Mit dem JR Pass kann man die JR Yamanote Line, welche Tokyo wie eine Ringbahn umrundet, kostenfrei verwenden. Einfach am Eingang zu den Gleisen den Pass vorzeigen und durchgehen – sehr bequem. Für die Metro benötigt man jedoch eine aufladbare sogenannte IC Card, welche es an Automaten in den U-Bahn Stationen gibt. In ganz Japan gibt es solche Kartensysteme, die zum Glück seit 2013 kompatibel zueinander sind. D.h. ihr könnt eine Karte aus Tokyo auch in Kyoto zum Busfahren verwenden und an den dortigen Automaten aufladen. Aber zurückgeben (um den Pfand und das Restguthaben zurück zu bekommen) geht nur an der ursprünglichen Ausgabestelle. In Toyko gibt es die SUICA und die Pasmo Card, welche wie gesagt kompatibel zueinander sind. Einen guten Überblick über die IC Cards findet ihr hier.

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Übernachtung

Wichtig in solch einer großen Stadt ist natürlich die Unterkunft, um möglichst viel aus dem Aufenthalt zu machen und nicht unnötig lange Wege zu haben. Zum Übernachten kann ich folgende Hotels empfehlen, in denen ich selbst bereits geschlafen habe und die sehr verkehrsgünstig liegen, um Tokyo von dort aus zu erkunden:

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Sehenswürdigkeiten

Wie erwähnt bietet Tokyo enorm viele Sehenswürdigkeiten und ich möchte euch ein paar meiner Highlights vorstellen.

Meiji Schrein & Yoyogi-Park

Der Meiji Schrein im Westen Tokyos ist einer meiner Lieblingstempel und etwas ganz besonderes für mich: Hier haben unsere Freunde Sebastian und Mizuki ganz traditionell geheiratet und es war ein einmaliges Erlebnis dabei zu sein. Das war sicher eine „once in a lifetime experience“. Wir konnten dadurch auch Bereiche des Tempels erkunden, in die man sonst als normaler Tourist nicht kommt, was ebenfalls sehr spannend war. Der Meiji Schrein ist idyllisch in einen großen Wald integriert. Auf dem Weg zu den Hauptgebäuden passiert man riesige Torii (hölzerne Eingangstore eines Schreins), traditionelle Sake-Fässer und saisonale Ausstellungen z.B. mit Blumenarrangements oder wunderschönen Bonsaiinstallationen. Auch der Schrein selbst ist absolut sehenswert und sollte bei einem Tokyobesuch nicht ausgelassen werden.

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Direkt neben dem Gelände des Meiji Schreins liegt der Yoyogi-Park. Dieser lädt zum Spazieren und Ausruhen ein und ist besonders im Frühling während der Kirschblüte oder im Herbst während der Laubfärbung  sehenswert. Dort proben auch an vielen Ecken Tanz- und Musikgruppen, was ebenfalls ganz lustig anzuschauen ist.

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Auf der Brücke vor dem Eingang zum Meiji Schrein und dem Yoyogi-Park an der Harajuku Station lassen sich besonders an einem Sonntag verkleidete Jugendliche beobachten. Beim Cosplay tragen diese teils sehr aufwändige Kostüme ihrer Manga und Anime Helden. Das Spektakel solltet ihr euch nicht entgehen lassen.

Senso-ji

Ein zweiter Tempel, der mir sehr gefallen hat, war der Senso-ji im Stadtteil Asakusa im Nord-Osten von Tokyo. Dieser buddhistische Tempel ist der älteste und bedeutendste in Tokyo. Besonders bei Nacht ist dieser sehr eindrucksvoll, wenn die roten Gebäude förmlich anfangen zu glühen. Rund um das Tempelgelände sind zahlreiche Shops, an denen man vorbei schlendern kann, wenn man nicht zu spät kommt. Der Tempel ist 24/7 geöffnet und kostenfrei, aber die meisten Läden in den umliegenden Gassen schließen am frühen Abend.

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Shibuya, Omote-Sando & Harajuku

Meine Lieblingsecke in Tokyo ist das Dreieck zwischen den Metro-Stationen Shibuya, Omote-Sando und Harajuku im Westen der Stadt. Shibuya mit seinen Mega-Shoppingcentern, dem riesigen Bahnhof, der Kreuzung „Shibuya Crossing“ die bestimmt jeder von euch kennt, der Hachikō-Statue, den Pachinko-Hallen und dem Getümmel der Menschen ist immer wieder faszinierend.

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An der Omote-Sando finden sich die großen und teuren Labels, aber in den Seitengassen sind sehr viele individuelle und tolle Boutiquen. Und besonders die hervorragenden gesunden Restaurants in dieser Ecke der Stadt haben es mir angetan. Welche das genau sind, erfahrt ihr weiter unten in der Rubrik „Essen“.

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Je näher man von der Omote-Sando an Harajuku kommt, desto mehr ändern sich die Läden und die Leute. Es wird alles etwas hipper und trashiger, aber damit auch um so interessanter. Hier ist auch einer der ganz wenigen Orte in Japan wo man Graffiti zu sehen bekommt – natürlich mit Genehmigung angebracht, soviel Ordnung muss sein. 🙂 Ein perfekter Ort, um Leute zu beobachten und einfach herum zu schlendern.

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Aussichtspunkte

Eine so riesige Stadt wie Tokyo muss natürlich von oben betrachtet werden und es gibt dafür eine Vielzahl von Aussichtspunkten. An erster Stelle sind natürlich die beiden wichtigsten Türme in Tokyo zu nennen:

Der Tokyo Tower…

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… und der Tokyo Skytree.

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Allerdings mag ich diese meist sehr überlaufenen Aussichtspunkte nicht und vor allem möchte ich diese bei meinem Blick auf die Stadt auch sehen. Schließlich prägen diese sehr das Stadtbild. Und natürlich ist der Eintrittspreis meist sehr hoch. Anstatt auf den Tokyo Skytree zu fahren, könnt ihr auch in das Shoppingcenter Tokyo Solamachi direkt daneben gehen und dort in den Restaurantbereich im 31. Stock fahren. Von dort habt ihr einen fantastischen Blick auf die Stadt und den Skytree direkt vor eurer Nase. 🙂 Überhaupt sind Restaurants in den oberen Etagen von Shoppingcentern und Bürogebäuden eine gute Möglichkeit, um in Ruhe einen tollen Blick nach unten zu genießen.

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Und natürlich gibt es auch kostenlose Möglichkeiten wie das Tokyo Metropolitan Government Building im Regierungsbezirk Shinjuku, von dessen 45. Etage ihr mit etwas Glück den Mount Fuji sehen könnt.

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Doch auch vom Boot aus bietet sich eine interessante Sicht auf die Stadt. Eine Rundfahrt durch die Tokyo Bucht lohnt sich – besonders bei Nacht – allemal.

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Ginza

Ginza ist der nobelste Stadtteil in Toyko und hier haben wir – eher zufällig – bei unserer ersten Reise nach Japan gewohnt. Dort beeindrucken natürlich die riesigen Kaufhäuser und deren endloses Angebot – besonders was Essen und Geschenke anbelangt. Die Hauptstraße wird sonntags zur Fussgängerzone, was das Bummeln natürlich besonders angenehm macht. Die Läden haben dabei natürlich 7 Tage die Woche geöffnet. 🙂

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Spannend ist auch ein Blick in die Seitenstraßen. Hier finden sich zahlreiche kleine Bars, das Kabukiza Theater und auch der Tsukiji Fischmarkt mit seinen unzähligen Ständen und dem morgendlichen Gewusel ist nicht weit weg.

Übrigens werden euch die Namen „Ginza“ und „Tsukiji“ sicherlich öfter in Japan begegnen. Beide stehen für besonders hohe Qualität. Hat also ein Kaufhaus eine besonders vielfältige und hochwertige Auswahl im Angebot, trägt es oft den Beinamen Ginza. Bei Restaurants – besonders bei Sushi-Restaurants – dann entsprechend Tsukiji. Apropos Essen… 😉

Essen

Ganz besonders wichtig ist mir natürlich das Essen – egal wo ich auf der Welt bin. Wie in meinem letzten Beitrag bereits erwähnt, findet man in Japan und somit auch in Tokyo die Klassiker der japanischen Küche quasi an jeder Ecke und das meist in wirklich guter Qualität. Besonders die großen Bahnhöfe und die oberen Etagen der Shoppingcenter und großen Kaufhäuser sind hier gute erste Anlaufstationen, mit denen man nichts falsch machen kann. Aber neben diesen Klassikern wollte ich natürlich auch Restaurants finden, die meiner Ernährungsphilosophie entsprechen. Außerdem wollte ich Bio-Supermärkte ausfindig machen, um mich auch vor Ort mit dem nötigsten meiner gewohnten Produkte einzudecken. Schließlich sind 3 Wochen eine lange Zeit, in der mein Körper auch weiterhin seine Nährstoffe bekommen will. 😉

Bio-Supermärkte

In der Nähe der Omote-Sando-Station befindet sich der Bio-Supermarkt „Natural House“, in dem ich oft einkaufen war. Hier findet sich eine kleine aber feine Auswahl an Bioprodukten. Im hinteren Teil des Supermarkts gibt es ein Buffet u.a. mit Currys und vegetarischem Sushi, welches direkt im angrenzenden Sitzbereich gegessen werden kann. Ein weiterer empfehlenswerter Supermarkt mit mehreren Filialen in Tokyo ist der „Natural Lawson“, in dem sich ebenfalls der Grundbedarf als gesunder Reisender decken lässt.

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Restaurants

Von den vielen Restaurants die ich in Tokyo besucht habe, möchte ich euch 3 besonders empfehlen. Zuerst das Mr. Farmer in der Nähe der Omote-Sando. Hier bekommt ihr Cold Pressed Juices, Smoothies, frische Salate und leckere Desserts. Dazu als Highlight eine kostenlose Water Bar mit 4 Sorten Detox-Water – lecker!

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Als zweites das Rainbow Raw Food nähe der Metro Station Ebisu im Südwesten von Tokyo. Dies ist ein tolles roh veganes Restaurant, was besonderen Wert auf den erhalt der Enzyme im Essen legt und dabei ganz im hawaiianischen Stil eingerichtet ist. Hier gibt es wunderbar cremige green Smoothies und leckere Lunch Menu Plates. Abends gibt es umfangreiche Menüs, da wird jeder fündig. Wir hatten die Raw Acai Bowl mit einem grünen Salat und die Raw Mexican Plate mit einem Salat mit veganer roher Mayonnaise, einem rohen Borrito und einem Mini Curry. Zum Dessert dann noch einen zuckerfreien Cheesecake. Alles war wirklich sehr sehr lecker und absolut einen Besuch wert.

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Das dritte Restaurant ist das 8ablish in Aoyama. Dieses hat erst im September 2015 eröffnet und gehört zum nahe gelegenen Pure Cafe, welches das erste vegane Café in Toyko war. Das 8ablish ist stylisch eingerichtet und wie überall in Japan ist das Personal überaus freundlich und zuvorkommend. Es gibt dort leckere Suppen und Salate, frische Tees und auch ausgefallene Sachen wie veganes Gyros.

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Da der Mensch nicht nur essen sondern auch trinken muss, zum Abschluss noch 2 Tipps: John Masters Organics nähe der Omote-Sando. Hier bekommt ihr an der Inner Beauty Bar leckere Cold Pressed Juices frisch zubereitet. Für den schnellen Vitamin-Kick zwischendurch genau das Richtige!

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Wenn ihr euch aufwärmen möchtet, empfehle ich euch Ippodo Tea Co. in der Nähe der Tokyo Station. Dort gibt es leckeren Bio Sencha Tee, den man unter professioneller Anleitung selbst in Vollendung zubereiten kann. Ein tolles Erlebnis und den Tee und die nötigen Utensilien kann man dort auch gleich kaufen.

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Das war es aus Tokyo. Wenn ihr Fragen habt, dann immer her damit. Im nächsten Artikel geht es auf nach Kamakura mit seinen vielen Tempeln und Schreinen – seid gespannt. 😉

Bleibt gesund, happy und in Balance.

Eure Steffi

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  1. Pingback: Wohlfuehlkost on tour: Japan – Teil 1 (Reiseverlauf) | wohlfuehlkost

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