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Das Geheimnis der Mikronährstoffe (3. Teil) – Die sekundären Pflanzenstoffe

Die Makronährstoffe sind den meisten von uns sicherlich ein Begriff. Im Vergleich dazu wird jedoch den Mikronährstoffen eine viel zu geringe Bedeutung im Alltag zuteil. In der 3-teiligen Blogreihe „Das Geheimnis der Mikronährstoffe“ möchte ich etwas Aufklärungsarbeit leisten und Licht in den Nährstoff-Dschungel bringen. Hier kannst du auch nochmals die ersten beide Teile rund um die Vitamine (Teil 1) sowie den Mineralstoffen und Spurenelementen (Teil 2) nachlesen.

Im 3. Teil dreht sich nun alles um die sekundären Pflanzenstoffe. Auch hier werde ich den Fragen nachgehen, was es mit den kleinen Stoffe auf sich hat, welche Gefahren im Alltag dabei lauern und wie du Stolperfallen umgehen kannst.

Was sind sekundäre Pflanzenstoffe? Welche Aufgaben haben sie in der Pflanze?

Neben Makronährstoffen, Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen, enthalten alle pflanzlichen Lebensmittel auch sekundäre Pflanzenstoffe. Diese bioaktiven Pflanzenstoffe, auch Phytochemikalien genannt, werden nicht primär für das pflanzliche Wachstum oder deren Entwicklung benötigt, sondern tragen nur sekundär dazu bei.

Die sekundären Pflanzenstoffe werden in Klassen, Gruppen und Untergruppen unterteilt. Zur Klasse der Polyphenole, von denen es ca. 4.000 unterschiedliche gibt, gehören beispielsweise die Bio-Flavonoide. Eine große Rolle spielt dabei die Untergruppe Anthocyane (altgriechisch: dunkelfarbige Blume oder Blüte). Auch bekannt als intensiv roter, violetter oder blauer Farbstoff in Trauben, Auberginen, Acai-Beeren, Heidelbeeren, Goji-Beeren, roten Zwiebeln, Rotkohl u.v.m. Sie gehören zu den stärksten Antioxidantien der Natur und schützen unsere Zellen. In konzentrierter Form werden Anthocyane auch unter der Bezeichnung OPC (oligomere Proanthocyanidine) verkauft.

Des weiteren gibt es:

  • die Saponine, die in Spargel, Spinat, Hülsenfrüchte und Hafer zu finden sind. Sie schmecken leicht bitter und wirken entzündungshemmend, schleimlösend und antibakteriell.
  • die Terpene, wozu die (über 700 verschiedenen) Carotinoide (u.a. Beta-Carotin, die Vorstufe vom Vitamin A; Astaxanthin; Lycopin und Lutein) gehören und den Früchten und dem Gemüse die prächtigen Farben (gelb, orange, rot und grün) verleihen. Sie wirken ebenfalls antioxidativ und schützen vor UV-Strahlung.
  • die schwefelhaltigen sekundären Pflanzenstoffe, denen nachgesagt wird, dass sie antibakteriell und antikanzerogen wirken. Diese sind im Kohlgemüse, Knoblauch, Lauch und Zwiebeln zu finden.
  • die Phytosterine, die besonders in den fettreichen Pflanzenteilen vorkommen (Sesam, Sonnenblumenkerne, Nüsse, Weizenkeimen, Kürbiskerne) und das Gegenstück zum tierischen Cholesterin sind.

Auch die Bitterstoffe sind eine Klasse der sekundären Pflanzenstoffe. Ihr Spezialgebiet ist die Verbesserung der Verdauungsfunktion. Sie stimulieren Magen, Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse, sodass die Sekretion der Verdauungssäfte aktiviert wird. Dadurch wird auch die Entgiftungsfunktion der Leber gefördert und die Magensäureproduktion reguliert. Gerade in der Naturheilkunde gelten Bitterstoffe als Substanzen, die zu mehr Vitalität und Langlebigkeit führen.

Leider hat unser Geschmackssinn durch die Beeinflussung der Lebensmittelindustrie eine Gehirnwäsche von zuviel Zucker, Salz und Geschmacksverstärkern erfahren müssen. Wir sind auf süß, salzig, scharf und sauer gepolt. Bitter wird als sehr unangenehm empfunden und gemieden. Bitterstoffe findest du u.a. in Wildpflanzen, Kräutern, Chicoree, Rucola, Artischocken, Radicchio, Löwenzahn, Koriander, Fenchel, Zimt, Ingwer, Wacholderbeeren, Kardamom und Gewürznelken. Wichtig beim Verzehr von Bitterstoffen ist, dass man in Ruhe kaut, denn die Stoffe wirken bereits im Mund.

VORSICHT!

Eine weitere Klasse sind die sogenannten Alkaloide, die ab einer gewissen Menge giftig sind. Hier ist immer die Art, Menge und Dauer der Einnahme relevant. Wie bei vielen Dingen, gilt auch hier das Motto: „Die Dosis macht das Gift.“ Dazu gehören zum Beispiel: Beinwell, Huflattich, Borretsch oder Chinin (Behandlung von Malaria). Diese werden fein dosiert als Heilmittel eingesetzt.

Andere wiederum haben bereits beim einmaligen Verzehr eine negative Wirkung. Zu diesen stark giftigen Pflanzen zählen: Tollkirsche, gelber Eisenhut und gefleckter Schierling. Oft riechen diese Pflanzen sehr abstoßend, haben einen widerlichen Geschmack und verursachen ein Brennen auf der Zunge.

FINGER WEG: Von einem Selbst-Experimentieren wird dringend abgeraten. Bitte lass dich nur von kompetenten Fachleuten beraten.

Weitere bekannte Alkaloide sind Koffein oder aber das Solanin, welches in Nachtschattengewächsen vorkommt und sich bei einigen Menschen in der Empfindlichkeit auf Tomaten, Paprika oder Kartoffeln bemerkbar macht.

Die Pflanzen schützen sich damit in erster Linie selbst vor Ausrottung und der Fressfeind wird vor einer zu einseitigen Ernährung geschützt. Eine mögliche Überdosis wird dadurch verhindert und der Pflanzenesser motiviert verschiedene Pflanzen zu essen, um eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung sicher zu stellen sowie in den Genuss vieler unterschiedlicher Vital- und Mineralstoffe zu kommen. Und das jeweils in der richtigen Dosis. Es ist von der Natur nicht gewollt und auch nicht sinnvoll, sich nur von einer Pflanzenart zu ernähren.

Zu den Aufgaben der sekundären Pflanzenstoffe zählen:

  • Gesundheitsprävention (Schutz vor Pilz-Infektionen, UV-Strahlen)
  • Feindabwehr (Bitterstoffe als Abwehrstoffe; Farbstoffe als Tarnung)
  • Anziehung bestäubender Insekten (Farb- und Duftstoffe locken Insekten an)

Warum benötigen wir die sekundären Pflanzenstoffe?

  • sie schützen uns vor Infektionen mit Viren und Bakterien
  • sie hemmen das Wachstum von Bakterien und Pilzen
  • sie wirken antioxidativ (Radikalfänger)
  • sie können den Cholesterinspiegel senken (binden sich an Fette und fördern deren Ausscheidung)
  • sie regen das Immunsystem an
  • sie schützen vor UV-Strahlen und Elektrosmog
  • sie fördern die Verdauung
  • sie regulieren den Blutzuckerspiegel
  • sie wirken blutdrucksenkend, durchblutungsfördernd und entzündungshemmend
  • sie haben hormonähnliche Wirkungen

Welche Faktoren können eine ausreichende Versorgung negativ beeinflussen oder im Organismus Schaden anrichten?

  1. Bio-Obst und Gemüse enthalten mehr sekundäre Pflanzenstoffe, als konventionelle Produkte. Chemische Mittel zerstören sekundäre Pflanzenstoffe und entziehen den Pflanzen die Aufgaben (bspw. Schutz vor Fressfeinden).
  2. Gerade in den letzten Jahren wurden für die Verbraucher gezielt bitterstoffarme Gemüsearten gezüchtet, dadurch fehlen aber auch wichtige Schutz- und Heilstoffe in den Pflanzen.
  3. Beim Verzehr von extrahierten und synthetischen sekundären Pflanzenstoffen kann es recht schnell zu Fehl- bzw. Überdosierungen kommen, die verschiedene Beschwerden auslösen können.

Auch eine Vitalstoff- und Bitterstoffarmut kann unterschiedliche gesundheitliche Probleme hervorrufen. Dazu gehören: Sodbrennen, Blähungen, Verstopfung, chronische Durchfälle, aber auch Leber-, Gallen- und Pankreasbeschwerden. Eine mangelhafte Nährstoffversorgung kann zu einer langsameren Ausleitung von Giftstoffen führen und damit das Immunsystem sehr belasten. Als Folge können Allergien, Autoimmunerkrankungen, rheumatische Erkrankungen oder chronische Entzündungen entstehen.

Welche Möglichkeiten gibt es? Tipps für deinen Alltag:

Wie bei Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, sollte auch bei sekundären Pflanzenstoffen darauf geachtet werden, dass diese nicht in isolierter, hochdosierter und synthetischer Form eingenommen werden, sondern möglichst nur über frische und unverarbeitete Produkte.

Sekundäre Pflanzenstoffe nützen unserem Körper nur, wenn wir sie so essen, wie sie in der Natur vorkommen. Das heißt in der Kombination mit den Nähr- und Vitalstoffen, die die Pflanze liefert – also im Ganzen: Frucht, Blatt, Blüte, etc.. Die Stoffe wirken gemeinsam und verstärken dabei ihre Wirkung noch.

Im Alltag ist es wichtig darauf zu achten, dass wir bunt und abwechslungsreich essen. Hole dir alle Farben aus dem Obst- und Gemüsegarten auf den Teller. Besorge dir einen Saisonkalender für Obst und Gemüse und kaufe jahreszeitengerecht ein. Achte auch darauf, dass die Produkte möglichst aus einem regionalen Anbau stammen und nicht zig Kilometer um den Erdball nach Deutschland transportiert wurden.

Ziel sollte es sein, weg von süß und salzig, hin zu bitter und gesund. Bitterstoffe reduzieren auch das Verlangen nach Süßem. Taste dich langsam an die sekundären Pflanzenstoffe heran und probiere aus. Experimentiere auch mit der Zubereitungsform. Falls dir hierfür Ideen fehlen, komm auf mich zu, ich berate dich gern.

Wie ich dir bereits im 2. Teil verraten hatte, ist es auch für mich nicht immer leicht, sich allein über die Ernährung mit allen Nährstoffen ausreichend zu versorgen. Deshalb vertrete ich die Meinung, dass Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein können, wenn sie aus hochwertigen Lebensmitteln (pulverisierte AlgenGräser, Brokkolisprossen, Acerolakirschen, MacaBaobab, etc.) hergestellt wurden. Es gibt mittlerweile sehr gute und frische Produkte, die  ausschließlich den gesamten, natürlichen und synergetischen Nährstoffkomplex aus der Pflanze verwenden und keine künstlichen Konservierungsstoffe enthalten. Denn Konservierung und lange Lagerzeiten zerstören ebenfalls Nähr- und Vitalstoffe.

Auf Reisen, langen Beratungs- oder Messetagen versuche ich immer meine Nährstoffe in Form von frischem Obst und Gemüse mitzunehmen. Das ist mit etwas Organisation und Vorkochen auch ganz gut möglich. Doch ich muss zugeben, dass ich es mir mittlerweile oft einfacher mache und es auch genieße, mich beim Thema Nährstoffversorgung auf echte Profis verlassen zu können, die mich jeden Tag mit der vollen Power der Antioxidantien versorgen oder meinen Säure-Basen-Haushalt und meine Leber unterstützen.

Mit den A-B-C-Packs kann ich mir ganz easy meine Smoothies to-go mixen, egal ob zu Hause oder unterwegs, ohne auf die vollen und echten Wirkstoffe verzichten zu müssen. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, kannst du dich gern und jederzeit an mich wenden. Weitere Informationen dazu findest du auch hier.

Wie stellst du deine Versorgung mit Mikronährstoffen sicher? Holst du dir bewusst deine Portion Bitterstoffe auf den Teller oder meidest du diese eher? Ich freue mich sehr über deinen Kommentar hier im Blog.

Be happy, healthy & in balance

Deine Steffi

P9980251

4 Kommentare

  1. Das ist ein wirklich guter und ausführlicher Beitrag! Inzwischen hole ich mir tatsächlich absichtlich Bitterstoffe auf den Teller und sorge auch dafür, dass ich unter allen Lebensmitteln weitestgehend die wähle, die auch die intensivsten Farben haben. Leider sind die modernen Züchtungen an Obst und Gemüse einfach auch arm an sekundären Pflanzenstoffen. Ich liebe es daher, auch Wildkräuter zu sammeln und auch täglich irgendeine Portion von grünen Superfoods ainzubauen, seinen es Getreidegräser oder Spirulina. So etwas habe ich auch immer unterwegs dabei. (-;
    Liebe Grüße von Caro

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Caro, vielen Dank für dein Feedback. Ich schätze Bitterstoffe mittlerweile auch sehr und freue mich auch immer auf grünes Gemüse/ Wildkräuter.
      Liebe Grüße
      Steffi

      Gefällt mir

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